Welche Wollarten gibt es? Ein Wegweiser durch den Woll-Dschungel

Wolle ist natürlich nicht gleich Wolle und gerade als Strickanfänger steht man da relativ ratlos vor einem riesigen Sortiment an Wollarten. Um das Chaos im Woll-Dschugenl etwas zu lichten, möchte ich euch hier eine kleine Übersicht geben. Die Art der Wolle sagt im Übrigen nichts über ihre Stärke aus, es gibt also dicke Baumwolle, aber auch sehr feine (dünne) Baumwolle 🙂

Als Wolle bezeichnet man nach dem Textilkennzeichnungsgesetz die weichen Haare des Fells (im Gegensatz zum Deckhaar) vor allem der Schafe. Im weiteren Sinne werden damit auch die von anderen Säugetieren (z. B. Ziegen, Kamelartige und Angorakaninchen) gewonnenen spinnfähigen Haare bezeichnet, die häufig mit einem tierspezifischen Vorsatz versehen werden (z. B. Angora-Wolle) oder ausdrücklich als „Haar“ (z. B. Kamelhaar) imponieren.

Quelle: Wikipedia

Also, los gehts!

Ein letzter Hinweis, ich habe die Wollarten bzw. Strickgarne alphabetisch sortiert, nicht nach Qualität oder Gefallen.

skeeze / Pixabay

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Tierische Herkunft

Alpaka

Alpaka-Wolle ist sehr weich und wärmend. Sie stammt vom Alpaka-Kamel und ist vergleichsweise teuer, da die Tiere nur alle zwei Jahre geschoren werden können. Sie eignet sich besonders für wärmende Winterbekleidung.

Angora

Angorawolle stammt vom gleichnamigen Kaninchen. Die extrem hochwertige Wolle ist sehr weich, flauschig und wärmend. Da sie etwas haart ist sie nicht für Allergiker geeignet.

Lama

Lama-Wolle ist äußerst wärmend, gleichzeitig aber auch extrem weich, leicht und langlebig. Diese Eigenschaften machen die Wolle vom Lama zu einem Luxusprodukt.

Kaschmir

Die sehr weiche und luxuriöse Kaschmir-Wolle stammt von den gleichnamigen Ziegen. Sie hat einen seidigen Glanz und ist trotz ihrer wärmenden Eigenschaft sehr leicht. Das Garn wird durch Auskämmen der Flaumhaare gewonnen und nicht durch Schur.

Merino

Die Merinowolle stammt von einem eigens dafür gezüchteten Schaf. Die Wolle ist sehr weich und gleichzeitig wärmend. Durch ihre glatte Struktur eignet sie sich gut für Baby- und Kindersachen oder aber für kuschelige Schals und Mützen.

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Mohair

Mohairwolle stammt von der Angoraziege, die aber keine Angorawolle liefert 😉 Mohairwolle ist extrem leicht, bzw. das leichteste Naturgarn. Sein leichter schimmer und die flauschige Struktur machen es recht kostspielig. Es ist durch seine feine Struktur etwas schwierig in der Verarbeitung. Je nachdem wie alt das Tier bei der Schur ist, unterscheidet man Kid Mohair, Young Goat Mohair und Adult Mohair.

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Schafwolle (Schurwolle)

Schurwolle stammt von Schafen und stellt die „klassische“ Wolle dar. Sie ist ein wunderbares Naturprodukt, das schon unsere Vorfahren zur Herstellung von Kleidung verwendeten. Sie ist wärmend und wasserabwisend, wird aber oft auch als etwas „kratzig“ empfunden. Gegen das enthaltene Lanolin (Wollfett) sind manche Menschen allergisch.

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Sonstige Wollarten

Weitere Wolllieferanten sind Bisons, Yaks und Moschusochsen.

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Pflanzliche Herkunft

Bambus

Strickfasern aus Baumwolle zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie sich für kühle, atmungsaktive und leichte Strickstücke eignen. Da es nicht flust und sehr weich ist, eignet es sich hervorragend für Babys und Menschen mit empfindlicher Haut.

Baumwolle

Strickfasern aus Baumwolle ist atmungsaktiv und kühlend. Sie eignet sich darum besonders für Sommerbekleidung oder aber auch für Accessoires (Topflappen, Waschlappen u. ä.). Sie ist relativ günstig und kann auch bei hohen Temperaturen gewaschen werden. Baumwollgarne können veredelt werden (Merzerisation und Gasieren).

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Leinen

Leinengarne sind äußerst feuchtigkeits- und temperaturausgleichend, wie auch luftdurchlässig, so dass sie sich hervorragend für Sommerbekleidung und -accessoirs (Tücher etc.) eignen.

Seide

Seidengarne schimmern sehr schön, wärmen bei Kälte und kühlen bei Hitze. Das extrem hochwertige Garn gehört zu den teuersten Garnen, meist findet man es in Kombination mit einer anderen Wolle, z. B. Mohair.

Sonstige Strickgarne

Weitere pflanzliche Strickgarne werden aus Milchprotein, Kork und Mais gewonnen.

Synthetische Herkunft

Acryl

Wolle, eigentlich Strickfasern, aus Acryl ist sehr günstig. Sie sollte wegen ihrem „Plastikgefühl“ nicht direkt auf der Haut getragen werden, eignet sich aber zum Stricken oder Häkeln von Accessoires und Dekoelementen.

Nylon, Polyester etc.

Nylon- und Polyesterfasern findet man meist als Bestandteil von Wolle, denn es macht sie stärker und elastischer. Es ist oft als Gemisch in Sockengarnen.